In Heide fand im April erneut ein Landeslehrgang im Koshinkan-Karate statt. 32 Karateka aus Schleswig-Holstein und Hamburg kamen zusammen, um vier Stunden lang intensiv an Technik, Anwendung und innerem Verständnis zu arbeiten.
Geleitet wurde der Lehrgang von Prof. Dr. Rainer Veyhl, 5. Dan, sowie Rolf Lahme, 8. Dan, Präsident des Karateverbandes Schleswig-Holstein. Beide vermittelten die Inhalte mit viel Erfahrung, fachlicher Tiefe und einer klaren didaktischen Linie.
Rolf Lahme rückte vor allem Bunkai und Selbstverteidigung in den Mittelpunkt. Dabei ging es nicht nur darum, Bewegungsabläufe korrekt auszuführen, sondern ihre Bedeutung zu verstehen. Denn Bunkai zeigt, wie die festgelegten Formen der Kata in konkrete Anwendungssituationen übertragen werden können. So wurde anschaulich, wie aus äußerer Form praktische Wirksamkeit entsteht.
Prof. Dr. Rainer Veyhl arbeitete mit den Teilnehmenden an unterschiedlichen Formen des Kumite — vom Kihon-Ippon-Kumite über Jiyu-Ippon-Kumite bis hin zum freieren Jiyu-Kumite. Im Zentrum standen saubere Technik, Kontrolle, Timing und geistige Präsenz. Auch die Tenno Kata bot Anlass, sich erneut intensiv mit dem Sinn hinter den Bewegungen auseinanderzusetzen.
Ein wichtiger Aspekt war dabei das Zusammenspiel von Ikken Hissatsu, der Idee des entscheidenden Treffers, und Sun Dome, also der kontrollierten Technik kurz vor dem Kontakt. Gerade diese Verbindung aus Effektivität und Beherrschung zeigt, wie viel Tiefe im Karate steckt.
Die vermittelten Inhalte waren anspruchsvoll, blieben aber praxisnah und gut nachvollziehbar. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer trainierten konzentriert, engagiert und mit großem Interesse. Zum Abschluss wurden zudem eine Kyu- und eine Dan-Prüfung mit sehr gutem Erfolg abgenommen.


