„Als der Trecker kam, mussten die Pferde gehen“ – unter diesem Titel präsentiert das Lundener Heimatmuseum zurzeit Laubsägearbeiten des Künstlers Max Lorenz aus Schlichting. Thematisch geht es um die Landwirtschaft im Wandel in der Zeit von 1900 bis 1960.
Offiziell eröffnet wurde die Ausstellung mit einem Tag der offenen Tür im Rahmen der Dithmarscher Kohltage. Zwei Filmvorführungen über den ersten Kohlanschnitt vor 40 Jahren rundeten das Angebot ab. Die Ausstellung der Laubsägearbeiten von Max Lorenz umfasst zwischen 50 und 60 Exponate, sie ist unterteilt in verschiedene Themenbereiche – wie etwa: Kohlernte, Melken, Arbeiten im Moor, Getreideernte und Dreschen.

„Mit viel Detailliebe hat der Künstler seine Arbeiten lediglich mithilfe von Abbildungen aus Sperrholz gestaltet“, sagt Sigrid Voß-Schalkalwies vom Heimatmuseum. „So zeigt beispielsweise der Ausstellungsbereich Kartoffel- und Rübenanbau die verschiedenen Arbeitsvorgänge von der ersten Ackerbearbeitung bis zur Ernte mit dem Pferd.“ Der Initiative der ehrenamtlichen Mitarbeiterin ist die Ausstellung zu verdanken. Sie sei auf einem Bauernhof aufgewachsen und habe „die Zeit der letzten Pferde und des ersten Treckers“ selbst miterlebt, so die 72-Jährige.
Genau wie Max Lorenz. Der 84-Jährige widmete sich schon in jungen Jahren dem Modellbau. „Während meiner Schulzeit stand jedes Jahr zu Weihnachten Basteln auf dem Stundenplan“, erzählt er. „Die Jungs mussten mit der Laubsäge Figuren aussägen, die dann von den Mädchen angemalt wurden.“ Das Werkeln habe ihm bereits damals viel Freude gemacht. Bis er daraus aber ein leidenschaftliches Hobby entwickelte, sollten noch viele Jahre vergehen.
Nachdem Lorenz zunächst den Beruf des Ofensetzers und Fliesenlegers erlernte, sattelte er später beruflich um und machte sich als Landwirt selbständig. „Mit dem Eintritt in den Ruhestand 2009 hatte ich endlich Zeit, meinen Boden aufzuräumen“, erinnert Max Lorenz sich. „Dabei kamen meine frühere Laubsäge und auch einige angefertigte Arbeiten zum Vorschein. Da habe ich wieder angefangen zu basteln.“ Ein passendes Thema lag nahe: die Landwirtschaft.
In seinem Schlichtinger Zuhause hat er in einem rund 30 Quadratmeter großen Zimmer sowohl einen Ausstellungsraum als auch eine Werkstatt untergebracht. Hier gibt es neben den ausgestellten Laubsägearbeiten noch 36 weitere Stücke, zum Teil komplette Bauernhöfe. „Über die Möglichkeit, meine Laubsägearbeiten im Lundener Heimatmuseum auszustellen, freue ich mich sehr“, sagt Max Lorenz mit bescheidenem Stolz. Sigrid Voß-Schalkalwies hat aus seinem großen Fundus von Prospekten, die er in den 50er Jahren auf der Rendsburger Deula erworben hat, eine Auswahl von Titelbildern getroffen. Diese hat sie gerahmt an den Wänden des Ausstellungsraumes im ersten Stock des Museums verteilt.
„Unsere aktuelle Ausstellung mit den beeindruckenden Laubsägearbeiten von Max Lorenz passt wunderbar ins Museum“, sagt sie. „Die Exponate sind ein spannendes Stück Zeitgeschichte über den Wandel der Landwirtschaft.“ Alle Interessierten haben die Möglichkeit, an einer plattdeutschen Führung durch die Ehrenamtlerin und den Künstler teilzunehmen.
Beitrag und Fotos von Andrea Hanssen