An einem ganz besonderen Lost Place in Dithmarschen ertönen am 22. und 23. August die E-Gitarren auf der selbstgebauten Bühne des Wurmloch Festivals. Ein neu gegründeter Verein will mit dem Open Air vor allem regionale Bands fördern und Menschen zusammenbringen.
Es wird fleißig gesägt, gehämmert und gebohrt auf der Wiese Mitten in der Geest hinter dem kleinen Örtchen Krumstedt. Es hat sich schon herumgesprochen in der rund 500 Einwohner zählenden Gemeinde, dass da etwas entsteht, wo sonst nur die Alpakas von Landwirt Lemke grasen. Hier in der ländlichen Idylle haben sich Musikerinnen und Musiker zusammengetan um einen neuen Ort für Kultur zu schaffen. Doch bevor Ende August vor allem Künstlerinnen und Künstler aus der Region hier auf der Bühne stehen, muss diese erst noch gebaut werden. Neben der Bühne werkeln die Ehrenamtlichen des Wurmloch e.V. auch an den Theken, Toilettenhäuschen und Unterständen. Auf diesem Festivalgelände ist alles Marke Eigenbau.
Nach zwei Probeläufen in 2021 und 2024 im privaten Kreis findet das Wurmloch Festival nun ganz offiziell statt. 12 Bands reisen an – aus den norddeutschen Großstädten, aber vor allem aus Dithmarschen. Für Gründer Jan-Henrik Buhr geht damit ein Traum in Erfüllung: Das Wurmloch ist für ihn ein „ober-geiles Zusammensein, Party und ganz viel Musik – aber auch Natur und Sternenhimmel.“

Jan-Henrik, selbst leidenschaftlicher Gitarrist, hat das Festival in der Corona-Zeit ins Leben gerufen und Neben Stoner-Rock, Alternative, Punk und Indie, gibt’s Workshops, bei denen die Besucherinnen und Besucher selbst kreativ werden können. Der Name stammt vom theoretischen Gebilde aus der Astronomie, bei dem ein Wurmloch zwei Universen miteinander verbinden kann. Das Festival dagegen soll vor allem ein Ort sein, der Menschen miteinander verbindet.
Für alle, die den Weg zum Wurmloch finden, soll es schöne Überraschungen bereithalten, betont Elsa Lemke, die sich vor allem um das kreative Rahmenprogramm kümmert: „Ich hab richtig Bock auf Workshops. Da wäre zum Beispiel noch Kinderschminken, Basteln von Rasseln, Kissen häkeln, Flechtfrisuren, Malen oder ein Pub-Quiz“. Für Elsa ist es ein großes Familientreffen. Ihre Schwestern packen genauso mit an wie die Schwager und Neffen. Ihr Freund Christoph kümmert sich um die richtige Werbung fürs Festival und hat auch im Line-up seine Spuren hinterlassen: Auf die Hamburger Indie-Band Blomenkamp freut er sich besonders.
Beim Booking hat sich das Festival ganz bewusst nicht nur einem Genre verschrieben, sondern versucht Brücken zu schlagen, von den eher härteren Tönen aus Punk und Metal hin zu Pop und Indie-Rock. Ein ganz besonderes Anliegen war den Veranstalterinnen und Veranstaltern nicht nur musikalisch divers aufzutreten, sondern auch Geschlechtergerechtigkeit bei der Auswahl der Bands zu berücksichtigen. So stehen bei rund der Hälfte der Bands Frauen auf der Bühne. Ein Erfolg für die jungen Veranstalterinnen und Veranstalter, die diesen Punkt aber von vornherein als selbstverständlich auf dem Schirm hatten.
Die Musikszene Dithmarschens repräsentieren in diesem Jahr vor allem Bands wie Absturtz, die schon seit dem Jahr 2000 auch überregional für Furore gesorgt hat. Die Punkband aus Warwerort ist bekannt für ihre klaren Ansagen gegen Rechts und ausgeprägte Moshpits vor der Bühne. Mit Alligator Fight Club kommt eine Alternative-Rock-Band nach Krumstedt, die vor allem in der Region eine große Fanbase hinter sich weiß. Die längste Anreise haben die vier Musikerinnen der Koblenzer Band Masche 3000, die in diesem Jahr mit Debutalbum anreisen und sich vorgenommen haben, das ganze Wurmloch Festival in vollen Zügen zu genießen. Außerdem im Line-up stehen die Pop-Punk-Formation Commander Nilpfred, Edinburgh, Funeral Crankies, Kuyper, Light The Cannons, SKÆLM, The Croax, The Venga Ois und Psychedelic-Rock aus Dithmarschen von Valea Viilor. Bei der Aftershow wird’s dann elektronisch mit DJ Salto & Mischke und der Hamburger DJ-Crew Klein & Laut.
Tickets für das Wurmloch Festival 2025 gibt es jetzt schon online über www.wurmloch.space. Das Festivalticket (inklusive Camping) kostet 40 €. Tagestickets sind derzeit noch für 25 € erhältlich.
Text: Jann-Jakob Loob, Wurmloch Festival