Ein neues Vorstandsteam setzt seit dem Frühjahr auf zeitgemäße Ansätze und eine bessere Gemeinschaft unter den insgesamt 220 Parzellen verteilt auf vier Anlagen. Alles natürlich unter Einhaltung der zugrunde liegenden Vereinssatzung. „Es geht darum, eine gute Balance zu finden zwischen der kleingärtnerischen Nutzung und dem naturnahen Gärtnern“, sagt Angelika Junker, die seit April als Vorsitzende fungiert. Zehn Jahre lang sei die Einhaltung des Bundeskleingartengesetzes in den Anlagen vernachlässigt worden. Dieses verpflichte die Pächter zu einer Drittelregelung bezüglich der Flächen für Beet, Rasen und Laube.

In vielen Kleingartenparzellen sieht die Realität nämlich anders aus. Hier türmen sich Berge von Müll, alten Möbeln und leeren Flaschen. Auch Parzellen, in denen nur eine Laube und Rasen zu finden sind, entsprechen nicht den Richtlinien und nicht dem Ansatz der neuen Vorsitzenden. „Ich möchte hin zu ressourcenschonendem und naturnahem Gärtnern“, sagt Angelika Junker. „Dazu gehören die Gewinnung von Gartenbauerzeugnissen für den Eigenbedarf und der Erholungswert des Kleingartens als grüne Oase ist von Bedeutung.“ Pächter, die die Vertragsregeln des Vereins missachten, würden ökologisch relevante Flächen blockieren. Eine Parzelle zu pachten, bedeute nicht nur Rasenmähen und Grillen. Es gebe Rechte und Pflichten, die von den meisten Pächtern auch umgesetzt würden.

Maren Wiechmann gehört seit rund zwei Jahren dazu. Ohne zuvor jemals einen Garten gehabt zu haben, hat die Heiderin sich hier ein „Kleines Paradies“ geschaffen – wie es auf einem Schild an ihrer Gartenpforte steht. In ihrer Parzelle wachsen Obstbäume, Kartoffeln, Johannisbeeren, Erdbeeren und Himbeeren. Mit dem Anlegen eines Mini-Teichs hat sie sich einen Traum erfüllt. „Ich bin Naturschützerin durch und durch“, sagt sie. „Für mich gibt es nichts Schöneres, als in meinem Garten zu sein und zu beobachten, wie die Bienen ins Insektenhotel schlüpfen.“ Ihr Hauptaugenmerk liegt auf dem Erhalt der Artenvielfalt durch Schaffung verschiedenster Lebensorte für die heimische Fauna – wie etwa durch einen Totholzhaufen, einen Laubhaufen, ein Sandarium, einen Mini-Teich und ein Insektenhotel. Eine Blühwiese, heimische Stauden, verschiedene Früh- und Spätblüher bilden vielfältige Nahrungsquellen.


Für den Kleingärtnerverein hat die neue Vorsitzende verschiedene Ideen, die in den kommenden Wochen umgesetzt werden sollen. Dazu gehört die Schaffung einer Vereinsparzelle für gemeinsame Aktivitäten (Grillen, Sitzungen), ein Fest der Kulturen, ein Flohmarkt, eine Tauschbörse und das Etablieren einer Schreber-Jugend. „Zehn Jahre gebe ich mir für mein Engagement im Kleingärtnerverein, danach setze ich mich in meinen Schaukelstuhl“, sagt Angelika Junker schmunzelnd. „Wir alle sollten uns darauf besinnen, welche wichtige Bedeutung die Natur hat. Das ist eine Anstrengung, die sich lohnt.“


Neue Mitglieder sind im Heider Kleingärtnerverein immer herzlich willkommen. Wer Interesse an einer Parzelle im Kleingärtnerverein Heide, meldet sich gern per Mail an: AngelikaJunker@gmx.de. Für eine 300 Quadratmeter große Fläche fällt eine Pacht von nur 54 Euro pro Jahr an. Dazu kommen 35 Euro für eine Laubenversicherung und 18 Euro Wassergeld. Die vier Anlagen befinden sich an der Alten Weddingstedter Landstraße, am Westermoorweg, am Stadtpark und an der Kreuzung Fritz-Thiedemann-Ring/Waldschlösschenstraße.
Beitrag und Fotos von Andrea Hanssen
