Ob Schulgarten, Insektenhotel, Gemüseacker oder Mini-Theaterstück gegen Plastikmüll: In Dithmarschen zeigen viele Kinder und Jugendliche, wie lebendig Umweltbildung sein kann. Am 1. Juli 2026 verlieh Landrat Thorben Schütt im Kreishaus in Heide den Umweltpreis des Kreises Dithmarschen an insgesamt 18 Schulen. Im Anschluss wurden zudem acht Bildungseinrichtungen erneut als „Zukunftsschule.SH 2026“ ausgezeichnet.
Die Bandbreite der Projekte war groß. Schülerinnen und Schüler beschäftigten sich mit Müllvermeidung, Artenvielfalt, nachhaltiger Ernährung, Upcycling, Schulgärten und Naturschutz. Auf dem begleitenden „Markt der Möglichkeiten“ präsentierten die Schulen ihre Ideen und gaben Einblicke in ihre Arbeit. Die ausgezeichneten Projekte sind noch bis zum 31. Juli 2026 im Forum des Kreishauses zu sehen.
Landrat Thorben Schütt würdigte das Engagement der jungen Umweltschützerinnen und Umweltschützer. Die Projekte zeigten eindrucksvoll, dass Nachhaltigkeit nicht kompliziert sein müsse. Oft seien es gerade kreative, beharrlich verfolgte Ideen, die etwas bewegen. Zugleich betonte Schütt die lange Tradition des Umweltpreises, der seit vielen Jahren zur Umweltbildung im Kreis beiträgt und zahlreiche Naturschutzprojekte an Schulen mit angestoßen hat.
Auch die Koordinatorinnen des Umweltpreises, Sarah Rohwedder und Lea Janke, zeigten sich beeindruckt vom Ideenreichtum der Teilnehmenden. Viele Projekte seien von den Schülerinnen und Schülern selbst mitentwickelt und aktiv gestaltet worden.
Zur Jury gehörten unter anderem Hans Detlef Petersen, Vorsitzender des Agrar- und Umweltausschusses, Johann Waller, Kreisbeauftragter für Naturschutz, Peter Söhl als Vertreter der Sponsoren, Dirk Berking, Kreisbeauftragter für Natur- und Umwelterziehung an Schulen, sowie seine Nachfolgerin ab 2027, Stephanie Geschke. Besonders die Vielfalt der Projekte im gesamten Kreis habe bei den Schulbesuchen beeindruckt, so Geschke.
Unterstützt wurde der Umweltpreis von mehreren regionalen Förderern: der Abfallwirtschaft Dithmarschen GmbH, dem Zweckverband Wasserwerk Wacken, der Entwicklungsgesellschaft Westholstein mbH, den Stadtwerken Brunsbüttel, der Stadtwerke Heide GmbH, dem Wasserverband Norderdithmarschen, dem Wasserverband Süderdithmarschen, der Yara Brunsbüttel GmbH und der Sasol Germany GmbH. Jeder Sponsor stellte 500 Euro bereit, sodass insgesamt 4.000 Euro an Preisgeldern vergeben werden konnten.
Der Wettbewerb richtete sich an allgemein- und berufsbildende Schulen von Klasse 1 bis 13. Je nach Platzierung wurden 350 Euro für einen ersten Preis, 240 Euro für einen zweiten Preis und 100 Euro für einen Sonderpreis vergeben.
Die Preisträger des Umweltpreises 2026
In der Gruppe der Grundschulen erhielten die Watt’n Meer School Neuenkirchen und die Grundschule Weddingstedt jeweils einen ersten Preis. Die Neuenkirchener Schule überzeugte unter anderem mit dem Mini-Straßentheater „Plastikhexen und Umwelt-Feen“ sowie mit der Ausbildung der ersten und zweiten Klassen zu Müll-Profis. In Weddingstedt punkteten Projekte rund um Bauernhof, Imkerei, Bildung für nachhaltige Entwicklung und einen digitalen Lernpfad.
Zweite Preise gingen an die Grundschule St. Michaelisdonn, die unter anderem mit einer Saatgutbibliothek und dem Weg von Anbau bis Weiterverwertung von Lebensmitteln überzeugte, sowie an die Grundschule Schafstedt mit Kräuterschnecke, Garten-AG und Kürbisprojekten.
Sonderpreise erhielten die Grundschule Lüttenheid in Heide, die Marschenschool an’t Wattenmeer Helse, die Wulf-Isebrand-Schule am Standort Bunsoh, die Klassen 2a und 2b der Reimer-Bull-Schule Marne, die Grundschule Süderhastedt und die Grundschule Bargenstedt. Ausgezeichnet wurden hier unter anderem Projekte zu Kinderrechten, Gemüseanbau, Upcycling, Müllsammelaktionen, Apfelbäumen, Hochbeeten, Nisthilfen, Insektentränken und einem gemeinsam mit dem BBZ Dithmarschen entstandenen Insektenhotel.
In der Gruppe der Klassen 5 bis 9 gingen erste Preise an die Schule am Meer in Büsum und die Gemeinschaftsschule am Brutkamp in Albersdorf. In Büsum entstanden unter anderem große und kleine Jöölbooms sowie selbst gestalteter Baumschmuck für den Weihnachtsmarkt. In Albersdorf legten Schülerinnen und Schüler im AÖZA eine Streuobstwiese an und bauten eine Hütte zu einem Grünen Klassenzimmer sowie Naturerlebniszentrum aus.
Zweite Preise erhielten die Gemeinschaftsschule Meldorf für eine nachhaltige Leseecke mit selbst gebautem Palettensofa sowie das Gymnasium Marne für Aktivitäten wie Klimathon, „school nature challenge“ und ein Nachhaltigkeitsfest. Einen Sonderpreis bekam die Klaus-Groth-Schule in Heide für ihren naturnahen Schulhof mit Naschgarten und insektenfreundlicher Bepflanzung.
In der Gruppe der Klassen 10 bis 13 wurden die Gemeinschaftsschule am Hamberg und die Astrid-Lindgren-Schule in Meldorf mit ersten Preisen ausgezeichnet. Am Hamberg entstand ein Gemüseacker mit selbst gebautem Zaun; außerdem wurden Nist- und Futterangebote für Vögel geschaffen. Die Garten-AG der Astrid-Lindgren-Schule wurde für die Pflege des ökologischen Schulgartens, Upcycling von Gartengeräten und eigene Saatgutgewinnung geehrt.
Ein zweiter Preis ging an die Unterstufe der Tischlerinnen und Tischler des BBZ Dithmarschen. Sie plante und baute gemeinsam mit Kindern der dritten Klasse der Grundschule Bargenstedt ein Insektenhotel.
Acht Schulen erneut als Zukunftsschule.SH ausgezeichnet
Nach der Umweltpreisverleihung wurden acht Dithmarscher Schulen im Rahmen der Initiative „Zukunftsschule.SH“ rezertifiziert. Das Projekt des Bildungsministeriums Schleswig-Holstein und des IQSH unterstützt Schulen dabei, Nachhaltigkeit fest im Schulleben zu verankern.
Auf Stufe 1 „Wir werden aktiv“ wurde die Klaus-Groth-Schule in Heide ausgezeichnet. Themen waren unter anderem Energieberatung durch Schülerinnen und Schüler sowie der naturnahe Schulhof.
Stufe 2 „Wir arbeiten in Netzwerken“ erreichten die Gemeinschaftsschule am Hamberg, die Eider-Nordsee-Schule in Wesselburen, die Reimer-Bull-Schule in Marne, die Watt’n Meer School, Außenstelle Neuenkirchen, die Marschenschool an’t Wattenmeer in Kronprinzenkoog und die Boy-Lornsen-Grundschule in Brunsbüttel. Die Projekte reichten von Jugendwaldspielen und MINT-Tagen über Kinderwattspiele und Schulgartenarbeit bis hin zu Energie-Parcours, Müllsammelaktionen und Kinderrechten.
Die Gemeinschaftsschule Meldorf konnte die Stufe 3 „Wir setzen Impulse“ halten. Hier standen unter anderem Fairtrade und der Nationalpark Wattenmeer im Mittelpunkt.
