Rundfunkmoderator, Autor und seit Kurzem auch Hobby-Obstbauer. Das Hamburger NDR 2-Urgestein Andreas Altenburg hat bei seinem Zweitwohnsitz in Epenwöhrden eine Streuobstwiese angelegt, die ihm die Wochenend-Beschäftigung vorgibt: Mit dem Aufsitzmäher umkreist er die zahlreichen Apfel-, Birnen- und Pflaumenbäume und lässt sich dabei den Nordseewind um die Ohren pusten. Drei Jahre ist es her, dass der 54-Jährige mit seiner Frau ein Haus nebst 1,5 Hektar großem Grundstück in der früheren Heimat erworben hat. Auch wenn der Hauptwohnsitz in der Hansestadt bleibt, am Freitagnachmittag geht‘s regelmäßig auf die A 23 Richtung Norden.
Im vergangenen Jahr hat der Vater von drei erwachsenen Söhnen bereits zum zweiten Mal in seiner beruflichen Laufbahn den Deutschen Radiopreis abgeräumt. Läuft bei ihm. Und dies seit vielen Jahren. Vor allem mit den Satiresendungen „Frühstück bei Stefanie“, „Wir sind die Freeses“ und der aktuellen Comedy „Die Kur-Oase“ hat Altenburg Radiogeschichte beim NDR geschrieben. Kein Wunder also, dass seine rund dreiminütigen Episoden täglich zur Prime-Time um 7.17 Uhr gesendet werden.
Was ist das Geheimnis seines Erfolges? „Wir versuchen die Alltagserlebnisse unserer Protagonisten leicht zu überdrehen und möglichst viel Komik rauszukitzeln“, sagt Altenburg. „Indem die Figuren menschliche Bedürfnisse und Schwächen bekennen, gelingt am ehesten eine Identifikation der Hörer. Sie erkennen sich häufig wieder und sagen: Ja, genau das hatte ich neulich auch.“ Sind Altenburgs Antennen im eigenen Alltag stets auf Empfang? „Ja, aber unbewusst“, lautet seine Antwort. „Neulich habe ich im Supermarkt eine Glastür an den Kopf bekommen. Klar, das Thema ist notiert und wird demnächst in der Kur-Oase wieder auftauchen.“ Seine derzeit vier einzigartigen Charaktere spricht Altenburg alle selbst. Die stets aktuellen Themen seiner Radio-Sitcoms sind mit Liebe zum Detail spitz pointiert und erzeugen bei den vielen Fans Kopfkino vom Feinsten. Kein „easy-going“-Job für den Moderator. „Auch wenn wir fast den ganzen Tag zusammen lachen, hinter dem Erfolg steckt viel Fleiß des gesamten Teams“, betont er.
War Altenburgs beruflicher Weg schon früh klar? „Mir nicht, aber meinen Kumpels schon“, lacht er. „Wir haben als Kinder und Jugendliche im ländlichen Dithmarschen versucht, praktisch das Beste aus Nichts zu machen. Das ist uns gut gelungen und hat scheinbar meine Kreativität gefördert.“ Mit dem Abi-Zeugnis in der Tasche packte er seinerzeit die Koffer für einen Umzug nach Lüneburg, wo er an der Universität Angewandte Kulturwissenschaften studierte. „Der typische Studiengang für „Ich hab‘ keinen Plan“, schmunzelt er. Seinen Weg hat Altenburg dennoch gefunden. Seit mehr als 30 Jahren gehört er sozusagen zum Inventar des NDR. Und der weiß den kreativen Kopf aus Dithmarschen durchaus zu schätzen. „Wir genießen in unserem Team schon eine gewisse Narrenfreiheit“, meint Altenburg. „In Zeiten, in denen alle Sender irgendwie Zeit einsparen müssen und Gags auf Instagram gerade mal zehn Sekunden dauern, gewährt man uns täglich mit drei Minuten Länge pro Episode schon ein exklusives Angebot.“ Manchmal dient auch sein Büro im Epenwöhrdener Wohnhaus als persönliches Aufnahmestudio. „Es braucht nicht viel an Technik“, sagt er. „Im Sender wird das Ganze dann zusammengeschnitten.“
Die Flexibilität der beiden Wohnsitze ermögliche ihm auch, hin und wieder in den Speicherkoog zu fahren. Zwei bis drei Mal im Jahr zieht es Andreas Altenburg allerdings zum Ski fahren oder Wandern in Deutschlands Süden. „Auch wenn seit fast 50 Jahren mein Lebensmittelpunkt in Norddeutschland ist, hab‘ ich als gebürtiger Pfaffenhofener ebenso einen großen Teil Bayern in mir“, erzählt er. Spätestens nach zwei Wochen gehe es aber wieder in den Norden. Zum Rasenmähen per Aufsitzmäher.